• Motion Bruderer: Ethikkommission hat Recht

    Die Nationale Ethikkommission lehnt das geplante Verbot der Geschlechterselektion im Rahmen einer pränatalen Untersuchung ab. Das Verbot sei ein Eingriff in die reproduktive Selbstbestimmungg der betroffenen Paare, so die Kommission. Unterstützung erhält die Kommission von der Unabhängigkeitspartei up!, die das Verbot ebenfalls ablehnt und sich für eine „offene und liberale Gesetzgebung“ im Bereich Fortpflanzungsmedizin einsetzt.

    Im Rahmen der Behandlung des revidierten Gesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen (GUMG) verlangt eine Motion von SP-Ständerätin Pascale Bruderer, dass das Geschlecht des Kindes der schwangeren Frau erst ab der 12. Schwangerschaftswoche mitgeteilt werden dürfe. Diese Regelung soll eine Geschlechterselektion im Rahmen der Fristenregelung verhindern, die durch moderne Tests ab der 10. Schwangerschaftswoche möglich wären.1 Nach Ansicht von up!-Vorstandsmitglied Fabio Hasler widerspräche ein solches Verbot einer liberalen Fortpflanzungsmedizin: „Die Entscheidung für oder gegen ein Kind muss bei den Eltern liegen. Das Gesetz erlaubt eine Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche, ungeachtet der Gründe für den Abbruch. Die Entscheidung gegen ein Geschlecht ist per se nicht verwerflicher als eine Abtreibung aus finanziellen oder beruflichen Gründen. Beides sind legale Gründe für eine Abtreibung. Der Staat sollte hier nicht werten.“

    Der Staat sollte mit der moralisch-ethischen Beurteilung der Fortpflanzungsmedizin aufhören und nur noch technische Details regeln, fordert die Unabhängigkeitspartei. „Es ist an der Zeit, dass die im Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG) und der Verfassung enthaltenen Verbote aufgehoben werden. Die Entscheidung, welche Art von Fortpflanzungsmedizin verwendet werden soll, muss bei den Eltern alleine liegen“, meint Hasler. Die Eizellen- und Embryonenspende sowie die Leihmutterschaft müssen legalisiert werden, so die Unabhängigkeitspartei.

     

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