• Kunz hat Recht: Kinder sind Privatsache

    Der Wirtschaftsjurist Peter V. Kunz sorgte kürzlich mit einer Kolumne in der „Aargauer Zeitung“ für Furore. Mit der Aussage, Kinder seien Privatsache und staatliche Familienförderung sei falsch, empörte er ein breites Publikum. Nun erhält Kunz Unterstützung von der Unabhängigkeitspartei up!, die sich gegen staatliche Förderung von bestimmten Lebensmodellen ausspricht.

    Wie die Partei festhält, sei der Entscheid für oder gegen Kinder sehr persönlich, eine „unbestreitbare Privatsache“. Dass Kinder eine Privatsache seien, erkenne man schon daran, dass man sowohl einen staatlichen Kinderzwang als auch ein staatliches Kinderverbot diktatorischen Regimen zurechnen würde. Privatsache heisse aber auch: Egal wie man den Entscheid für oder gegen Kinder treffe, solle man die entsprechenden Vorteile und Nachteile dann in Kauf nehmen. Wer sich für Kinder entscheide, müsse zusätzlicher finanzieller Belastung in Kauf nehmen. Wer sich dagegen entscheide, solle nicht für den persönlichen Entscheid von anderen zahlen müssen. „Ich habe mich für Kinder entschieden, ohne je denn Anspruch zu haben, dass jemand mir diesen Entscheid mitfinanziert“, so Livio Patera, Mitglied von up! und selbst Vater von zwei Kindern.

    Auch das Argument, dass Kinder auch Kinderlosen die AHV mitfinanzieren, lässt up! nicht gelten. „Die AHV in ihrer heutigen Form ist gescheitert. Ich denke nicht, dass jemand sich für Kinder entscheidet, um ein praktisch bankrottes Umverteilungswerk zu retten“, so Patera. Die Partei spricht sich denn auch seit Gründung für eine Umstellung der AHV auf eigenverantwortliches Alterssparen um, das ohne Zwangsumverteilung zwischen den Generationen auskommt. Weiter lehnt up! bestehende und derzeit diskutierte Umverteilungsmassnahmen zugunsten von Familien ab, so etwa auch Subventionen für Kindertagesstätten und den staatlich finanzierten Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub. Letztere Massnahmen seien sogar für Leute mit Kinderwunsch kontraproduktiv, da sie die Kosten dieser Arbeitnehmer erhöhen würden.

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