• Fortpflanzungsmedizin: Fortpflanzung ist Sache der Eltern, nicht Sache des Staates

    Die Unabhängigkeitspartei up! empfiehlt die Ja-Parole zur Volksabstimmung über das neue Fortpflanzungsmedizingesetz. Die Gesetzesrevision setzt nur die Liberalisierung der Präimplantationsdiagnostik um, die up! befürwortet hatte. up! hält die Vorlage jedoch für viel zu restriktiv und hofft auf weitere Liberalisierungen im Bereich der Fortpflanzungsmedizin. In einem neuen Positionspapier erläutert die junge liberale Partei den konsequent freiheitlichen Standpunkt zu konventionellen und neuartigen Methoden der Fortpflanzungsmedizin (u.a. CRISPR).


    up!-Positionspapier zur Fortpflanzungsmedizin: hier

    up!-Positionspapier zur Präimplantationsdiagnostik: hier


    Die PID dient dazu, vor der Einsetzung in den Mutterleib Untersuchungen an Embryonen vorzunehmen, die mittels einer In-vitro-Fertilisation gezeugt wurden. Einer der Ziele der PID ist die Auswahl von Embryonen, die weder von den Eltern ererbte Voraussetzungen für eine bestimmte schwere Krankheit aufweisen noch besondere Merkmale in sich tragen, die eine erfolgreiche Schwangerschaft verhindern würden. Mit der vorgesehenen Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes soll die PID gemäss der neuen Verfassungsbestimmung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt werden.

    Entscheidungsfreiheit ist überfällig
    Aus liberaler Sicht sollten Eltern in Entscheidungen der Fortpflanzung frei sein, da sie Besitzer der Embryonen sind. Ein Verbot der PID greift stark in ihre Entscheidungsfreiheit ein, die Aufhebung dieses Verbots ist darum richtig und überfällig. Deshalb empfiehlt up! entschieden die Ja-Parole zu dieser Vorlage.

    Allerdings belegt die aktuelle Vorlage die PID immer noch mit Einschränkungen, für die es keine Rechtfertigung gibt. So soll die PID beispielsweise nur für Eltern erlaubt werden, die einen bekannten genetischen Defekt aufweisen. Damit wird verhindert, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, die zwar durch genetische Defekte hervorgerufen werden, die aber bei den Eltern nicht vorhanden sind oder sich nicht als Krankheit äussern. Gerade bei älteren Frauen, für welche die PID verboten bleiben soll, sind solche Fehlentwicklungen während der Schwangerschaft zudem noch häufiger. Ausserdem sollen die Eigenschaften, auf die der Embryo mittels PID geprüft werden soll, auf „notwendige Eigenschaften“ beschränkt werden. Was solche notwendigen Eigenschaften sind, soll aus Sicht von up! jedoch den Eltern überlassen werden.

     160508-FMedG

    Liberal umgehen mit CRISPR/Cas-System
    Die Innovation im Bereich der Fortpflanzungsmedizin ist hoch und stellt die Gesellschaft unablässig vor neue ethische Fragestellungen. So ist in den letzten Jahren mit dem CRISPR/Cas-System eine neue Technologie herangereift, mit welcher sich DNA gezielt verändern lässt. Das weitet die theoretischen Möglichkeiten der Biotechnologie stark aus. In einem neuen Positionspapier nimmt up! Stellung gegen die ethischen Vorbehalte, die oft gegen CRISPR/Cas vorgebracht werden: Wer individuelle Freiheit und Eigentum ernst nimmt, hat kein Recht, diese Technologie zu verbieten.

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