• Einheitskasse abgelehnt – jetzt braucht es echten Wettbewerb!

    Es zeichnet sich ab, dass die Initiative zur Schaffung einer Einheitskasse im Gesundheitsbereich heute vom Stimmvolk deutlich abgelehnt wird. up! ist sehr erleichert über diesen Entscheid. Genauso wichtig ist es jetzt aber, die während der Abstimmungskampagne verschiedenerseits geäusserte Kritik am Gesundheitswesen ernst zu nehmen und die richtigen Reformen einzuleiten.

    Problembewusstsein für Pseudowettbewerb vorhanden
    In den vergangenen Monaten wurde von den Initianten häufig der „Pseudowettbewerb“ unter den Krankenkassen angekreidet. Diese Kritik ist berechtigt, jedoch muss die Lösung lauten: Mehr statt noch weniger Wettbewerb. Zwar gibt es bezüglich Kundenfreundlichkeit, Servicequalität und Verwaltungskosten durchaus Wettbewerb zwischen den Kassen. Im wichtigsten Bereich, nämlich beim Angebot, ist der Wettbewerb jedoch staatlich gehemmt, was seit der Einführung des Versicherungszwanges zu einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen geführt hat.

    Kleinere Grundversicherung, mehr Wahlfreiheit
    So ist nach Meinung von up! der Katalog der Grundversicherung viel zu umfassend. Um die Wahlfreiheit des Einzelnen auszudehnen, könnten viele Leistungen, die heute über die Grundversicherung erstattet werden, als Zusatzversicherungen angeboten werden. „Gesundheit ist sehr individuell. Deshalb weiss jeder Einzelne am besten, wofür er sich versichern will und sollte dementsprechend seinen eigenen Leistungskatalog zusammenstellen dürfen“, so Silvan Amberg, Co-Präsident von up!schweiz.

    Mehr Wettbewerb auch beim Angebot
    Für Brenda Mäder, Co-Präsidentin von up!schweiz, steht fest: „Die Schweizer Bevölkerung hat heute gezeigt, dass ihr Wahlfreiheit wichtig ist. Das muss man ernst nehmen. Die Politik ist jetzt in der Verantwortung, das heutige System zu flexibilisieren.“ Es ist zu hoffen, dass die Politik dieser Verantwortung nachkommt und dem Einzelnen in Zukunft auch im Gesundheitswesen wieder mehr Freiraum lässt.“

    Neben der Einschränkung des Leistungskataloges muss vor allem auch die Angebotsseite dereguliert werden, damit Gesundheitskosten endlich wieder bezahlbar werden. So fordert up! die Aufhebung des Kontrahierungszwangs für Krankenkassen, die Aufhebung des Ärztestopps, die Abschaffung des Ärztetarifs TARMED und die Liberalisierung der Spitalplanung. Durch die Befreiung der Krankenkassen und der Ärzte von den viel zu strikten Auflagen sollen innovative und günstige Lösungen entstehen damit es endlich zu einem echten Wettbewerb kommt.

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